Mehrere Einkunftsquellen sind Trumpf – aber was ist eine Einkunftsquelle eigentlich wert?
Vor Kurzem habe ich mich mit jemandem unterhalten, die mit einem Reise-Blog regelmäßig Einnahmen erzielt. Keine Unsummen. Kein Business, das separat betrachtet wirklich reich macht. Aber Monat für Monat kommt etwas zurück.
Im Gespräch entstand die Frage, ob es sich lohnt, diesen Blog weiterzuführen. Schließlich gibt es andere Projekte, neue Ideen und vermeintlich größere Chancen. Der Hauptfokus sollte auf dem unternehmerischen Broterwerb liegen.
Mein erster Gedanke war: Würdest du dieselbe Frage stellen, wenn die Einnahmen nicht aus einem Blog, sondern aus einer Dividende stammen würden?
Vermutlich nicht. Interessanterweise bewerten wir Einkunftsquellen oft unterschiedlich, obwohl sie uns am Ende dasselbe liefern: Geld, das regelmäßig zurückkommt.
Für die Frage nach dem Wert einer Einkunftsquelle macht die Herkunft zunächst keinen entscheidenden Unterschied.
Wichtiger ist der Blick auf die Einkunftsquelle selbst. Also Fragen wie:
Was bringt sie heute? Was steckt bereits in ihr? Und was könnte daraus noch werden?
In diesem Artikel möchte ich diesen Gedanken näher betrachten.
INHALTSVERZEICHNIS
Was ist eine Einkunftsquelle eigentlich wert?
Drei Denkfehler
Fazit
Was ist eine Einkunftsquelle eigentlich wert?
Viele Menschen bewerten Einkunftsquellen ausschließlich nach der Höhe der Einnahmen. Oft suchen wir nach der einen großen und gerne schnellen Einkommensquelle.
100 Euro im Monat wirken oft wenig. Doch aus diesen 100 Euro werden 1.200 Euro im Jahr.
Gleichzeitig würden sie sich über 1.200 Euro zusätzliche Einnahmen im Jahr freuen. Zum Beispiel in Form einer Steuererstattung.
Doch wo liegt der Unterschied? An den Zahlen kann es nicht liegen - 1.200 Euro sind am Ende beides gleich viel Wert.
Kleine Cashflows werden oft unterschätzt. Aber aus mehreren funktionierenden Einkunftsquellen kann mit der Zeit ein stabiles Fundament entstehen.
In meinen FIT-Gesprächen betrachten wir deshalb nicht nur neue Möglichkeiten. Wir schauen zunächst auf die Einkunftsquellen, die bereits vorhanden sind.
Denn es geht nicht ausschließlich darum, neue Einkunftsquellen aufzubauen, sondern den Wert des Bestehenden zu erkennen.
Mir helfen dabei drei Fragen:
Was bringt sie heute?
Was habe ich bisher hineingesteckt?
Was könnte daraus werden?
2. Drei Denkfehler
Denkfehler 1: "Es bringt nur 100 Euro im Monat."
Ja, 100 Euro im Monat wirken auf den ersten Blick nicht besonders beeindruckend.
Wir bewerten kleine regelmäßige Einnahmen häufig anders als einmalige Beträge. Aus 100 Euro im Monat werden 1.200 Euro im Jahr. Aus mehreren kleinen Cashflows kann ein solides Fundament entstehen.
(Wie mehrere Einkunftsquellen langfristig zu mehr Unabhängigkeit beitragen können, habe ich bereits in meinem Artikel „Mehrere Einkunftsquellen sind Trumpf für Deine persönliche Freiheit“ beschrieben.)
Die Frage lautet deshalb nicht nur: „Wie viel bringt es heute?“
Sondern auch:
„Wie regelmäßig bringt es etwas?“
„Welchen Beitrag leistet diese Einkunftsquelle insgesamt?“
Berücksichtige dabei zum Beispiel:
100 Euro x 12 Monate
ohne zusätzlichen Akquise
auf Basis früherer Arbeit
Dann sieht manches plötzlich anders aus. Und wenn es davon noch 5 Einkunftsquellen mit je 100 Euro gibt… oder 10 Einkunftsquellen…. dann werden aus wenig beeindruckenden 100 Euro … beindruckende 6.000 Euro… 12.000 € im Jahr.
***
Denkfehler 2: "Ich starte ich lieber etwas Neues, Lukrativeres."
Jedem Anfang liegt einer Zauber inne… Neue Ideen sind spannend. Wir sehen ihr Potenzial.
Bestehende Einkunftsquellen dagegen wirken oft unspektakulär, weil wir sie kennen und uns an sie gewöhnt haben.
Wir überschätzen oft neue Ideen und unterschätzen bestehende Systeme.
Dabei steckt in ihnen häufig bereits etwas, das sich nicht in Euro messen lässt:
Zeit
Wissen
Erfahrung
Sichtbarkeit
bestehende Kontakte / Reichweite
Vertrauen
Gerade deshalb lohnt es sich manchmal, nicht nur nach vorne zu schauen, sondern auch zu prüfen, welchen Wert man bereits aufgebaut hat.
Und sich auch die Frage zu stellen: Was kostet es mich jetzt aktuell diesen Einkunftsquelle am Leben zu erhalten?
Läuft sie mit? Oder muss ich nur noch wenig hineinstecken?
Der Reiseblog aus meinem Eingangsbeispiel bringt vielleicht keine Unsummen ein. Dennoch erzielt er jedes Jahr einen vierstelligen Betrag an Einnahmen. In ihm stecken bereits Jahre an Arbeit, Wissen, Sichtbarkeit und Vertrauen.
Hinzu kommt: Ein Blog ist oft selbst schon ein kleines System aus mehreren Einkunftsquellen. Affiliate-Links, Werbeeinnahmen oder VG-Wort-Ausschüttungen sind nur einige Beispiele.
Entscheidend ist dabei auch:
Wieviel muss der Blogger tun, um diesen weiter zu bespielen und aktuell zu halten?
Steht der aktuelle Aufwand noch im Verhältnis?
Macht der Reiseblog mir noch Spaß?
Was geht wirklich verloren, wenn ich nicht weiter mache?
***
Denkfehler 3: "Daraus wird sowieso nichts Großes."
Nicht jede Einkunftsquelle muss irgendwann fünfstellige Beträge liefern.
Manche entwickeln sich langsam. Manche bleiben klein. Andere eröffnen neue Möglichkeiten.
Nicht jede Einkunftsquelle muss groß werden.
Manchmal reicht es, wenn sie die nächste ermöglicht.
Aus einem kleinen Cashflow entstehen neue Investitionen.
Aus neuen Investitionen entstehen weitere Möglichkeiten.
Mit der Zeit entsteht daraus ein System statt einer einzelnen Einnahmequelle.
Und sorgt damit einfach für etwas mehr Unabhängigkeit.
3. Fazit
Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Artikel ist für mich nicht die Anzahl der Einkunftsquellen.
Manchmal ist es sinnvoll, loszulassen.
Manchmal ist es sinnvoll, auszubauen.
Und manchmal lohnt es sich, etwas bewusst so weiterlaufen zu lassen, wie es gerade funktioniert.
Entscheidend ist, die Einkunftsquelle nicht nur nach ihrem aktuellen Ertrag zu bewerten.
Mindestens genauso wichtig ist zu erkennen, was bereits darin steckt und welches Potenzial sie noch hat.
Aber am Ende ist es fast noch wichtiger sich zu fragen,
ob eine Einkunftsquelle überhaupt (noch) zu den eigenen Zielen passt.
Wir entwickeln uns weiter. Unsere Lebenssituation verändert sich. Unsere Prioritäten und Bedürfnisse verändern sich. Und damit sollte sich auch die Bewertung unserer Einkunftsquellen in den Lebensphasen verändern.
Alles ist eine Entwicklung und wir dürfen immer wieder neu hinschauen.
Genau deshalb lohnt es sich, am besten regelmäßig (mindestens einmal im Jahr), bewusst hinzuschauen:
Passt diese Einkunftsquelle noch zu meinem Leben?
Unterstützt sie noch die Ziele, die ich erreichen möchte?
Und deckt sie noch die Bedürfnisse, die mir heute wichtig sind?
Das ist am Ende die spannendere Frage - als die Höhe der Einnahmen selbst.
Welche Einkunftsquelle hattest du beim Lesen dieses Artikels vor Augen?
Vielleicht lohnt es sich, genau diese einmal bewusst zu betrachten:
Was bringt sie heute?
Was steckt bereits in ihr?
Was könnte daraus noch werden?
Oft entsteht Klarheit nicht durch neue Ideen, sondern durch einen neuen Blick auf das, was bereits vorhanden ist.
Wenn du solche Fragen nicht allein beantworten möchtest, kann dich meine FIT-Beratung dabei unterstützen.
In meiner FIT-Beratung schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation, mögliche Entwicklungen und die Frage, welche Entscheidungen zu deinen persönlichen Zielen passen.
👉 Mehr zur FIT-Beratung findest du unter: Services — Bettina Kuhn
